Spotify-Gründer investiert in Elektroautohersteller – auch Volkswagen und Goldman Sachs sind dabei

In der jüngsten privaten Finanzierungsrunde hat Northvolt 600 Millionen US-Dollar eingenommen. Nicht nur institutionelle Investoren haben sich bei dem schwedischen Startup eingekauft, der Tesla-Konkurrent konnte auch eine große private Investition an Land ziehen.

Der Gründer und CEO des Musikstreamingdienstes Spotify ist einer der Teilnehmer der Finanzierungsrunde und hat in das Unternehmen investiert. Wieviel der milliardenschwere Unternehmer investiert hat, wurde nicht bekannt, dass er neben der schwedischen Geschäftsfrau Cristina Stenbeck aber einer der Privatinvestoren ist, machte Northvolt in einer Pressemitteilung öffentlich.
Ek selbst hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, eine Milliarde US-Dollar seines Privatvermögens in europäische „Moonshot“-Projekte stecken zu wollen, in Startups also, die sich die Lösung von Problemen, die scheinbar unmöglich zu lösen sind, zum Ziel gesetzt haben. Im Rahmen der Slush Tech Konferenz erklärte der Spotify-Chef: „Ich möchte meinen Teil dazu beitragen. Wir alle wissen, dass eine der größten Herausforderungen der Zugang zu Kapital ist.“ „Ich bin wirklich frustriert, wenn ich sehe, wie europäische Unternehmer ihre erstaunlichen Visionen aufgeben und frühzeitig an außereuropäische Unternehmen verkaufen, oder wenn einige der vielversprechendsten Technologietalente Europa verlassen, weil sie sich hier nicht geschätzt fühlen“, so der Manager. Es brauche „mehr Superunternehmen, die die Messlatte höher legen und als Inspiration dienen können“.

Ambitionierte Ziele von Northvolt
Dass Northvolt ein solches Moonshot-Unternehmen sein könnte, lässt sich aus den ambitionierten Zielen, die das Startup für sich formuliert hat, ablesen. „Unsere Mission ist es, die umweltfreundlichste Batterie der Welt mit einem minimalen CO2-Fußabdruck und den höchsten Ansprüchen an Recycling zu bauen, um den europäischen Übergang zu erneuerbaren Energien zu ermöglichen“, heißt es auf der Internetseite von Northvolt.
Kunden und Investoren überzeugt
Mit diesen Ambitionen im Gepäck haben die Schweden bereits große Kunden an Land ziehen können: Im Juli hat der deutsche Autokonzern BMW mit Northvolt einen Langzeit-Liefervertrag im Volumen von 2 Milliarden Euro abgeschlossen. Die Batteriezellen werden ab 2024 in der Northvolt Gigafactory im nordschwedischen Skelleftea gefertigt, die aktuell noch gebaut wird.
Auch ABB, Scania und Siemens gehören zum Kundenstamm des Unternehmens – ebenso wie Vattenfall und Vestas. Ebenfalls als Partner im Boot ist der deutsche Volkswagen-Konzern, der sich bereits früh bei Northvolt eingekauft und Anteile gesichert hatte. Baillie Gifford, die Baron Capital Group, Bridford Investments Limited, Norrsken VC und PCS Holding hätten im Rahmen der Finanzierungsrunde Eigenkapital eingebracht, auch die bereits bestehenden Northvolt-Aktionäre Goldman Sachs Merchant Banking Division, IMAS Foundation, Scania und Volkswagen hätten an der Finanzierungsrunde teilgenommen, hieß es von Unternehmensseite weiter.
Tesla-Konkurrent gibt Gas
„Wir befinden uns mitten in einem Wettlauf um den Aufbau von Produktionskapazitäten in Europa. Ich glaube, dass die Unternehmen, die Talente und Kapital am besten anziehen und gleichzeitig ihre Pläne am schnellsten skalieren können, am erfolgreichsten sein werden“, sagte Peter Carlsson, Northvolt-Geschäftsführer und -Mitgründer nach der jüngsten Finanzierungsrunde. Damit nimmt der Chef wohl auch den US-Elektroautobauer Tesla ins Visier, der aktuell im deutschen Grünheide eine Gigafactory hochzieht.
Northvolt selbst plant aktuell eine Batterierecyclinganlage in Nordschweden, um das bereits bestehende Werk in Skellefteå zu ergänzen. Zudem erweitern die Schweden auch ihren Forschungs- und Entwicklungscampus in Erwartung einer Verdoppelung der Größe von Northvolt im Hinblick auf Investitionen und Präsenz in den kommenden Jahren.

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